Ich bin 1989 in Gera geboren. Nach meiner Schauspielausbildung am Max Reinhardt Seminar in Wien bin ich 2013, ganz klassisch, als festes Ensemblemitglied ans Theater Plauen/Zwickau gegangen. Seit 2015 bin ich freischaffende Schauspielerin und lebe in Jena. Neben Engagements in Ludwigsburg, bei den Nibelungenfestspielen in Worms, in München und in Jena habe ich begonnen, eigene Projekte zu entwickeln.

In meinen Arbeiten beschäftige ich mich rückblickend mit der DDR-Geschichte und entwickle Formate, die zwischen Historienarbeit und Zukunftsforschung liegen. Dabei ist es mir wichtig, Fragen aus der Sicht der Wendegeneration zu stellen, also der Generation, die die DDR nicht erlebt hat, aber in ihrem System sozialisiert wurde. In meinen künstlerischen Arbeiten und Formaten steht der Raum als gesellschaftliche Diskussionsplattform immer im Mittelpunkt.

Mein erstes eigenes Projekt, die diskursive Lesung von verlorene Illusionen, ist dem Gedenken an die DDR-Schriftstellerin Brigitte Reimann gewidmet. Dem gekürzten Roman Franziska Linkerhand stelle ich meine autobiografischen Texte gegenüber. Seit 2018 habe ich 20 Lesungen in allen neuen Bundesländern veranstaltet. 2022 kam die zweite Reimann-Lesung Die Geschwister hinzu. Mit beiden Lesungen toure ich durch die Lande.

2018 ging ich in meiner Reisereportage Kirschen an der Halde als Entdeckerin unter Tage. Aus dieser ersten Arbeit zum Themenkomplex Wismut und Uranbergbau in der DDR ist 2025 die Performance Der geheime Blick auf die Wismut – Eine künstlerische Annäherung entstanden, die ich in Zusammenarbeit mit dem pochen e. V. und dem Stasiunterlagenarchiv in Chemnitz erarbeitet habe.

Als Erforscherin von feministischen Theaterformen bin ich gemeinsam mit den Regisseur*innen Tanja Krone und Jasmin Schädler auf der Suche nach dem utopischen Ende der absoluten Geschlechtertrennung. Frau mit Landschaft, Hilde & Hilde sowie 30 Stunden Runder Tisch waren unsere gemeinsamen Arbeiten in den vergangenen Jahren.

Im Jahr 2020 begann ich, mich mit der Frauenbewegung von 1989/90 zu beschäftigen. Daraus entstand das Happening 30 Stunden Runder Tisch, das im Juni 2021 auf dem Leipziger Marktplatz stattfand. Im selben Jahr erarbeitete ich das Audiofeature UmbruchFrauen.

Neben meiner freischaffenden Tätigkeit bin ich Mitglied der Ost West AG und arbeite für Film und Fernsehen. Aus der Kinderfernsehserie Schloss Einstein bin ich als Wiebke Schiller bekannt.

Kontakt und Anfragen

post@elisa-ueberschaer.de